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Corona und Konjunktur

von Ulf Hinrichsen

Noch immer ist Covid-19 das vorherrschende Thema in allen Bereichen. Auch Investoren beschäftigt die Überlegung, wohin die Weltwirtschaft nach der Krise steuert. Zu uneins und unentschlossen agierten Regierungen und so wurden die Maßnahmen zur Eindämmung auch unterschiedlich bewertet.

Klar war nur, dass es eine Rezession geben würde. Aber wie lange diese dauern würde und wie lange die Wirtschaft braucht, um sich von Lockdown-Maßnahmen zu erholen, darüber stritten und streiten die Experten.

Fernrohr nach Fernost

Wenngleich nicht wenige eine langanhaltende Rezession befürchten, so sieht es doch momentan nicht danach aus. Chinas Wirtschaft wächst wieder stärker, als selbst optimistische Volkswirte zu hoffen wagten.

Diese V-förmige Erholung der chinesischen Wirtschaft dürfte aber weltweit einmalig bleiben. In den USA, in Europa, Japan und fast allen anderen Ländern weltweit wird in diesem Jahr weniger produziert als 2019.

Der Internationale Währungsfonds IWF schätzt, dass die globale Wirtschaftsleistung 2020 um 4,9 Prozent schwindet. Wenn man als Vergleich 2008, das Jahr der globalen Finanzkrise, mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von lediglich 0,1 Prozent bemüht, dann bekommt man ein Gefühl für die Dimension der Krise im Jahr 2020.

Zurück in die Zukunft

Ob sich die Weltwirtschaft 2021 ähnlich wie 2009 wieder erholen kann, ist in erster Linie auch von den Lockdown-Maßnahmen des Winters abhängig. Sollten die ersten Maßnahmen greifen und längere Sperrungen vermieden werden, so könnte die Weltwirtschaft 2021 sogar das Rekordjahr 2019 leicht übertreffen.

Das aktuelle Infektionsgeschehen lässt allerdings vermuten, dass es schlimmer zu werden scheint, bevor es besser wird. Deshalb erwarten nicht wenige Fachleute ein sogenanntes W-Szenario: Auf die erste Erholung folgt ein neuerlicher Einbruch, weil umfangreiche Lockdown-Maßnahmen die Wirtschaft ähnlich lähmen wie im vergangenen Frühjahr.

Bislang blieb ein Kurseinbruch an den Börsen allerdings aus. Überall auf der Welt wird das Möglichste unternommen, einen generellen Lockdown zu vermeiden. Die Aktienmärkte honorieren dies noch mit einer abwartenden Haltung.

Und natürlich verhindern offene Fragen um ein britisch-europäisches Handelsabkommen und die eventuell stattfindende juristische Rangelei um den US-Präsidentenposten wichtige Entscheidungen der Anleger.

Pic by pixabay.com
USA und Pandemie – die momentan wichtigsten Faktoren der Weltwirtschaft.

Fazit

Die Unsicherheiten, die vom Verlauf der zweiten Corona-Welle und der anstehenden Übergabe des Präsidentenamtes in den USA ausgehen, dürften zunächst bemerkenswerte Kursgewinne an den Börsen verhindern. Sollte der Streit um das Weiße Haus sich juristisch fortsetzen, so wird man sich noch etwas länger um eine Kurserholung sorgen müssen.

Haben Sie noch Fragen zur aktuellen Entwicklung an den Börsen, so steht Ihnen Ihr FinanzConcepter® persönlich zur Verfügung.

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