Der Börsenbericht

von Steve Ruholl

Auch die internationalen Börsen legten eine kleine Sommerpause ein, sodass Bewegungen eher gemächlich vor sich gingen.

Die Zinsentscheidungen der Notenbanken von Ende Juli in den USA, Euroland und Japan entsprachen weitgehend den Erwartungen. Die Leitzinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte durch die Fed für die USA und die EZB für Euroland wurden sogar eher positiv aufgenommen, weil die Notenbanker sich nicht auf weitere Zinserhöhungen festgelegt haben – dazu unser Börsenbericht.

Allerdings zeigt sich die Konjunktur in den USA so robust, dass weitere Maßnahmen der Notenbank zur Bekämpfung der Inflation nicht ausgeschlossen werden können. Die von vielen Experten für dieses Jahr erwartete Rezession der US-Wirtschaft ist noch nicht erkennbar. Vielmehr sieht es so aus, als könne ein Soft-Landing gelingen, wie eine Abkühlung der Konjunktur ohne einen Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung genannt wird.

US-Erzeugerpreise belasten die Tech-Aktien

Höhere Zinsen dämpfen Konsum und Investitionen, was den Anstieg des Preisniveaus bremst, aber eben auch die Konjunktur.

Die US-Inflationsrate stieg erstmals im Juli wieder leicht an. Etwas stärker als erwartet legten die US-Erzeugerpreise im Juli mit plus 0,8 Prozent zu, was die zinsempfindlicheren Wachstums- und Technologietitel belastete.

US-Staatsanleihen – höchste Rendite seit 14 Jahren

An den Anleihemärkten, an denen sich die Renditen durch Angebot und Nachfrage ergeben, stiegen die Zinsen weiter. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit kletterte mit 4,36 Prozent knapp über das alte Hoch vom vergangenen Oktober und somit auf den höchsten Stand seit 2009.

Zum Kursrückgang der US-Anleihen, der umgekehrt steigende Renditen zur Folge hat, hat auch die Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Fitch beigetragen. Die Experten der Agentur stuften die Qualität der USA als Schuldner von AAA auf AA+ zurück. Die Ratingagentur Standard & Poors hatte diesen Schritt bereits Anfang August 2011 vollzogen.

Hintergrund der Herabstufung ist die sehr hohe und schnell weiterwachsende Staatsverschuldung der USA, die immer wieder eine Anhebung der selbstauferlegten Schuldenobergrenze notwendig macht.

Börsenbericht aus Europa und China

Während sich die Konjunktur in den USA robust zeigt, ließ die konjunkturelle Entwicklung in Europa und China Schwächen erkennen. Europäische Bank-Aktien litten zeitweilig unter der Ankündigung Italiens, eine Sondersteuer auf Bankgewinne zu erheben. Das Bangen um die chinesische Wirtschaft verstärkte sich angesichts der Pleite großer Immobilienkonzerne in China.

Der japanische Aktienmarkt hatte im Juli mit einer Konsolidierung der Kursgewinne aus den Vormonaten begonnen, was sich im August leicht abgeschwächt fortsetzte. Ein Belastungsfaktor war die Geldpolitik der Notenbank, die ihre Obergrenze von 0,5 Prozent bei der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen aufgab. Hinzu kam die konjunkturelle Schwäche in China, über das Japan einen großen Teil seines Außenhandels abwickelt.

Dollarerholung durch Zinserhöhung

An den Devisenmärkten hatte der US-Dollar bis Mitte Juli unter der Pause der US-Notenbank bei ihren Leitzinserhöhungen gelitten und war gefallen. Schon in der zweiten Julihälfte gab es im Vorgriff auf die Leitzinserhöhung eine Dollar-Erholung. Diese setzte sich im August bis über 0,92 Euro fort.

Bis in den August hinein standen die Währungen der Türkei und Russlands aufgrund der desaströsen politischen Verhältnisse weiter unter Abwertungsdruck. Beide Notenbanken stemmten sich mit deutlichen Zinserhöhungen dagegen.

Bei den Kryptowährungen überwogen nach den Kurssprünge im Juli die Verluste im August. Neben dem Zinsanstieg belastete auch die Meldung, Elon Musks Weltraumfirma SpaceX habe ihre ganzen Bestände an Bitcoin verkauft.

Die Edelmetallpreise konnten im August nicht an die zwischenzeitliche Stabilisierung vom Juli anknüpfen. Der Goldpreis unterschritt das Zwischentief von Ende Juni. Der Silberpreis hielt sich in der seit April gültigen Bandbreite.

Ein Diagramm, dass den Verlauf 10-jähriger US-Staatsanleihen zeigt.
US-Staatsanleihen mit der höchsten Rendite seit 2009.

Favoritenwechsel bei den TECH-Fonds

Der Mikrochiphersteller Nvidia übertrifft mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen. Die Aktie notiert nahe ihres Rekordhochs bei gut 470 US-Dollar. Damit hat sie ihren Wert seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. Nicht wenige Fondsmanagerinnen und Fondsmanager hatten die Aktie rechtzeitig in den Kreis ihrer Favoriten und somit auch in ihre Fonds aufgenommen.

Hintergrund der Rallye ist der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) und Nvidia gilt als führender Designer von KI-Mikrochips. Kein anderes Thema hat in diesem Jahr Aktien so beflügelt.

Vergleichbar euphorisch gefeierte Themen gab es an den Aktienmärkten schon öfter. Es sei an die Internet-Begeisterung des Jahres 1999 erinnert. Neue Geschäftsmodelle, die auf dem Internet basierten, wurden unkritisch gefeiert – lange bevor die Unternehmen damit Geld verdienen konnten.

Das Thema Biotech konnte 2001 und 2012 Aufmerksamkeit gewinnen. Und auch vor drei Jahren, als die erfolgreiche Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen Corona Schlagzeilen machte, explodierten die Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen. Mit dem Ende der Pandemie wich die Begeisterung der Investoren für den Healthcare-Sektor.

Bekanntlich folgte auf Euphorie oft große Ernüchterung. Heute bieten sich viele dieser Aktien eher als antizyklisches Investment an.

Fazit

Tech-Werte verlangen eine engmaschige Beobachtung. Die Erfahrungen der Vergangenheit sprechen dafür, nicht auf einzelne Aktien zu setzen, nachdem sich deren Kurse bereits vervielfacht haben, sondern flexibel und breit diversifiziert zu investieren. Dagegen ist es eine riskante Spekulation, wenn Privatanleger große Beträge in Einzelaktien investieren, weil sie glauben, die Apple-Aktie von morgen entdeckt zu haben.

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Von Published On: 15.09.2023Kategorien: Allgemein0 Kommentare on Der BörsenberichtSchlagwörter: , ,

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