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Vom Schattendasein der Cyber-Versicherung

von Steve Ruholl

Cyber-Versicherungen und die Realität

Es ist tatsächlich so, dass einer Einschätzung von Gewerbetreibenden folgend, Cyber-Attacken als größtes Risiko und Computersysteme samt Daten als wertvollster Besitz eines Unternehmens angesehen werden. Trotzdem ist die Abdeckungsrate bei Unternehmen im Bereich Cyber-Versicherungen mit gerade einmal 13 Prozent nicht sehr hoch.

Realität und Wahrnehmung

Eine Studie der Gothaer Versicherung hat gezeigt, dass den wenigen Cyber-Versicherungen eine hohe Abdeckungsrate bei Betriebshaftpflichtversicherungen und gewerblichen Gebäudeversicherungen gegenübersteht. Gleichwohl werden Computersysteme und Daten als das wertvollste Gut erachtet und Schaden an ihnen würden die größten Verluste nach sich ziehen. So sind Cyberschäden mit durchschnittlich 37 Prozent aller Schäden im Jahr 2017 eine wesentlich höhere Gefahrenquelle als beispielsweise Schäden an Gebäuden und Maschinen, die mit jeweils 18 Prozent aller Schäden wesentlich geringer ausfallen.

Dieses Missverhältnis hat leider noch zu keinem Umdenken geführt. 20 Prozent der Unternehmen verfügen nicht einmal über ein Virenschutzprogramm und nur 72 Prozent haben eine aktive Firewall installiert. Laut Studie verzichten erschreckende 31 Prozent der Befragten sogar auf regelmäßige Backups ihrer Daten.

Auch 2018 bleibt das Risiko einer Betriebsunterbrechung infolge einer Cyberattacke das größte Geschäftsrisiko. In einer digitalen Wirtschaft sind Daten und Reputation eines Unternehmens in Netzwerken das größte Kapital.

Überschwemmungen und Stürme rufen sich regelmäßig in das Bewusstsein der Risikomanager zurück und Naturkatastrophen haben als Abschlussgrund von Policen ein Comeback erlebt. Die Angst vor Unheil natürlichen Ursprungs ist in Deutschland am stärksten gestiegen. Die nicht greifbare Gefahr einer Betriebsunterbrechung nicht natürlichen Ursprungs hingegen ist eine der meist unterschätzten Risiken weltweit und muss wieder in den Fokus gerückt werden. Am Beispiel eines theoretischen Cloud-Ausfalls von mehr als zwölf Stunden bei Unternehmen aus dem Finanz- oder Einzelhandelssektor hat man errechnet, dass der Verlust bei den Betroffenen in Europa etwa 600 Millionen Euro betragen würde.

Sich anpassen und aktuell bleiben

Die IT-Umgebung eines Unternehmens muss über ein Kontinuitätsmanagement immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden und Geschäftsführer müssen einen Notfallplan parat haben, der auf die neusten Cyberrisiken abgestimmt ist. Unternehmen, die die ab Mai 2018 gültige EU-Datenschutzverordnung (EU-DSGVO) nicht einhalten, müssen zudem mit hohen Bußgeldern rechnen.

pic by unsplash

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