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Trump verloren – Börsen gewonnen

von Ulf Hinrichsen

Ende Oktober befanden sich die Aktienbörsen reziprok zum Pandemiegeschehen in einem Zwischentief. Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind zwar noch geringer als im Frühjahr ausgefallen, doch wie weitreichend die Folgen im Corona-Winter 20/21 sein werden, bereitet auch den Investoren Sorgen.

Die meiste Aufmerksamkeit zog im November die Wahl in den USA auf sich. Auch wenn sich der Herausforderer Joe Biden durchsetzte, so haben die Demokraten doch schlechte Aussichten, die Mehrheit im Senat zu gewinnen.

Märkte und Politik und Politik und Märkte

Der Wahlausgang wurde von den Aktienmärkten mit Kursgewinnen honoriert, da man die Rückkehr zu einer weniger sprunghaften Politik erwarten kann. Aber auch außerhalb der USA wurde das amerikanische Wahlergebnis an den Kapitalmärkten und in der Wirtschaft positiv aufgenommen.

Motor Impfstoff

Als bekannt wurde, dass die Unternehmen BioNTech, Pfizer und Moderna mit ihren Impfstoffen die Produktionsreife erreicht hatten, reagierte der Markt mit größeren Verlagerungen. Die bisherigen Gewinner der Krise begannen plötzlich Verluste zu verzeichnen. Aktien von Unternehmen, die bisher zu den Verlierern der Krise zählten, erholten sich und auch konjunkturabhängige Aktien ließen sich von der positiven Stimmung mitreißen.


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Eine Impfung, die auch der Wirtschaft hilft

Substanz und/oder Wachstum

Die Schere zwischen den sogenannten Substanz- und Wachstumsaktien (siehe Blogbeitrag dazu) ist weiter denn je geöffnet. Beim ewigen Duell zwischen Growth und Value könnte ein Paradigmenwechsel bevorstehen. Ohne auf die Bewertung zu achten, engagierten sich Anleger im Zuge der Krise in Wachstumswerten, die in den vergangenen Jahren besonders beliebt waren.

Beim Blick nach vorne muss man beachten, dass US-Aktien meist deutlich höher bewertet sind als ihre europäischen Pendants. Hinzu kommt, dass sie unter der kommenden Biden-Regierung an steigenden Unternehmenssteuern leiden könnten.

Fazit

Behält man die aktuelle Entwicklung und die im Vergleich zu Europa höhere Bewertung der US-amerikanischen Aktien im Auge, sollten Anleger die USA im Moment nicht zu gewichtig einsetzen. Die schlechte Entwicklung der Technologie- und Internet-Aktien nach dem Jahr 2000 hat gezeigt, dass sich Anleger bei hoch bewerteten Aktien der Risiken selten bewusst sind.

Auch wenn die Weltwirtschaft in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr vier bis fünf Prozent schrumpfen dürfte, sollte ein machbares Wachstum von rund 5,5 Prozent im kommenden Jahr ausreichen, um wieder das Niveau von 2019 zu erreichen. Zumindest die sogenannten Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung (Geschäftsklimaindex, Konsumklimaindex, Einkaufsmanagerindex u.a.) verbesserten sich in den vergangenen beiden Monaten nochmals.

Haben Sie noch Fragen zur aktuellen Entwicklung an den Börsen, so steht Ihnen Ihr FinanzConcepter® persönlich zur Verfügung.

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