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Die Börse – up ‘n’ down

von Ulf Hinrichsen

Strafzölle und FAANG-Aktien

Die Stimmung an den Börsen ist, wohl auch aus Angst vor den Auswirkungen der US-Strafzollpolitik, seit Längerem gedrückt. Dem entgegen standen die “FAANG”-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google bzw. Alphabet), die lange Zeit gegen Rückschläge immun zu sein schienen. Als „Quasi-Monopolisten“ in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern konnten sie stets die Erwartung hochhalten, Umsätze und Gewinne weiter steigern zu können. Und so kauften Anleger, auch wenn der Preis der Aktien im Verhältnis zu den aktuellen Geschäftsergebnissen oft zu hoch war.

Über kurz oder lang?

Und so kam es natürlich dazu, dass Zweifel an den Wachstumsaussichten der FAANGs aufkamen. Die Versuche der Konzerne, neben ihren Kerngeschäftsfeldern neue profitable Sphären zu erkunden, sind teuer und brauchen Zeit. Das ist sicher auch der Hauptgrund dafür, dass sich Anleger seit Wochen aus den FAANG-Aktien zurückziehen.

Ob sich hier eine Schwächung der Aktien abzeichnet oder ob der inzwischen zwanzigprozentige Kursrückgang als optimale Kaufgelegenheit darlegt, wird die nahe Zukunft zeigen.

Was geht in Europa vor sich?

Auf dem „alten“ Kontinent spielen noch ganz andere Befindlichkeiten eine entscheidende Rolle. Ob nun der Streit um den italienischen Staatshaushalt oder die Gefahr eines harten Brexits stärker an den Märkten rütteln, ist noch offen.

So ist noch immer nicht klar, ob ein Übergangsabkommen in Kraft treten kann, welches die meisten Auswirkungen eines Austritts Großbritanniens aus der EU etwas abfedern könnte.

Im Süden Europas kommt es aus Unsicherheit, ob Italien seine Staatsanleihen in Zukunft bedienen kann, dazu, dass viele Anleger diese abstoßen. Dies führt zu steigenden Zinsen, die Italien für neue Staatsanleihen zahlen muss.

Zinsen in der Gleitzone

Spürbar ist, dass in den vergangenen Wochen ein Rückzug von Anlegern aus riskanten Anleihen stattfand, die auf der Suche nach verzinslichen Wertpapieren waren.

Nachdem die Rendite zehnjähriger US-amerikanischer Staatsanleihen, sogenannter „T-Bonds“, in den ersten Novembertagen nur knapp unterhalb des Jahreshochs von 3,25 Prozent aus dem Oktober erreicht hatte, sank sie später auf 3,05 Prozent.

Durch den Zinsanstieg waren seit Jahresbeginn allerdings Kursverluste von rund acht Prozent entstanden. Es müssen hohe Alt- und Neuschulden finanziert werden und die US-Notenbank ist auch als Verkäufer von Staatsanleihen tätig und verkauft aus ihren Beständen dabei monatlich Anleihen im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. All dies gibt noch keinen Grund zum entspannten Durchatmen am US-Anleihenmarkt.

Ein weiteres Auge auf die Zinsen hat der Aktienmarkt. Dass amerikanische Staatsanleihen über drei Prozent Rendite bringen, gilt für ihn als Belastung. Grund dafür sind US-Aktien, die mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von knapp unter zwei Prozent weniger attraktiv erscheinen.

Europäische Aktien dürften sich etwas entspannter verhalten, weil die durchschnittliche Dividendenrendite höher als die Zinsen ist.

Gibt es sichere Alternativen?

Man kennt sie: Aktien und Anleihen. Die typischen Vertreter der klassischen Wertpapieranlage. Trotz der breiten Risikostreuung über Fonds bleibt ein Problem: Sollten die Märkte insgesamt Verluste verzeichnen, können Streuungsstrategien allenfalls Verluste gering halten. Gegen einen herrschenden Abwärtstrend Gewinne machen zu wollen, ist mit sogenannten „Long-only-Strategien“ (Anlagekonzepte, die auf steigende Kurse setzen) in fallenden Märkten kaum möglich. Trotzdem ist die Empfehlung richtig, fallende Phasen aus- und durchzuhalten, denn langfristig darf man mit einer positiven Rendite rechnen.

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Die richtige Strategie zur rechten Zeit.

Natürlich gibt es weitere Alternativen wie z. B. Volatilitäts-Strategien oder Long-/Short-Fonds.

Die vergangenen Jahre allerdings zeigen, dass auch alternative Strategien Verluste nicht immer vermeiden können und die Renditen eher gering ausfallen. So hat das niedrige Niveau der Euro-Zinsen dazu geführt, dass bereits die Basisverzinsung fehlt.

Das Leben an den Kapitalmärkten war, ist und bleibt herausfordernd – auch für oftmals als sicher gepriesene alternative Strategien. Allerdings können sie das Risiko minimieren und die Anfälligkeit für Kurseinbrüche gering halten.

Sollten Sie noch Fragen zu den Entwicklungen an den Finanzmärkten haben, steht Ihnen Ihr FinanzConcepter® gerne mit detaillierten Informationen zur Seite.

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