Wohin bewegen sich die Märkte 2022?

von Steve Ruholl

Wir wünschen all unseren Blog-Leserinnen und -Lesern, Kundinnen und Kunden sowie Freundinnen und Freunden ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2022.

Angesichts der aktuellen Lage fällt es schwer, nicht die Corona-Floskeln des vergangenen Jahres zu wiederholen und darauf zu verweisen, dass ein neues Jahr auch immer ein Stück Hoffnung in sich trägt. Aber wir möchten daran glauben, dass die Pan- endlich zur Endemie wird und eine Entspannung einsetzt, welche uns allen eine lange vermisste Normalität ermöglicht.

Die Vorhersage

Die wirtschaftlichen Prognosen für 2022 ähneln sich. Das ist deshalb verständlich, weil, basierend auf den jüngsten Entwicklungen und der aktuellen Situation, Szenarien benannt werden, die eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Bereits abzusehende Entwicklungen werden näherungsweise prognostiziert und Abweichungen von langfristigen Mittelwerten in eine korrigierende Richtung projiziert.

Was bedeutet das im Einzelnen?

Die Konjunktur

Die Erholung der Weltkonjunktur nach dem Pandemie-Schock von 2020 dürfte sich 2022 fortsetzen. Auch wenn das Aufkommen der Omikron-Virus-Variante und die Inflation für erhöhte Unsicherheit sorgen, scheint die Weltwirtschaft grundlegend intakt.

Neue Corona-Wellen bremsen zwar das Wirtschaftswachstum, 2022 wird aber noch von Nachholeffekten geprägt sein. Deshalb dürfte das allgemeine Preisniveau, das schon 2021 deutlich angestiegen ist, weiter anziehen. Die Inflation und die Gegenmaßnahmen der Notenbanken werden wohl die beherrschenden Themen an den Börsen bleiben.

Aber auch die Unternehmensgewinne erhalten mit der guten Konjunktur weiteren Auftrieb.

Zinsen und Anleihen

Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) verringern den Umfang ihrer Anleihekäufe. Es zeichnet sich ab, dass die Fed im Laufe des kommenden Jahres mit Leitzinserhöhungen beginnen wird. Der damit wachsende Zinsvorteil des US-Dollars ließ diesen im Wert bereits steigen.

Jahrelang haben die Zentralbanken versucht, die Inflation in Richtung ihrer Zielgröße von zwei Prozent zu bewegen, weil dadurch Anreize für Investitionen und Konsumanschaffungen entstehen. Nun sind die Inflationsraten deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Für die hoch verschuldeten Staatshaushalte ist die höhere Inflation zunächst eine Entlastung, kann aber zum Problem werden, wenn auf neu ausgegebene Staatsanleihen höhere Zinsen gezahlt werden müssen.

Nur noch in ausgewählte Anleihen zu investieren, scheint deshalb ein guter Rat. Auch Unternehmensanleihen bieten immer wieder Chancen, wenn man die Risiken richtig beurteilt. Schon kleinste einstellige Renditen über Null gelten inzwischen als Erfolg. Viel mehr dürfte 2022 bei risikoarmen Strategien nicht zu erzielen sein. Immerhin leisten sogar Staatsanleihen mit Renditen unter null kurzfristig einen Beitrag zur Stabilität des Gesamtportfolios, denn bei stärkeren Rückschlägen an den Aktienbörsen kommt es wieder zu einer „Flucht in Qualität“, was dann zu Kursgewinnen bei hoch qualitativen Staatsanleihen führt.

Glaskugel

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Ganz ohne Glaskugel ist keine Prognose möglich.

Aktien

Dass einhellig die Alternativlosigkeit von Aktien herausgestellt wird, mahnt schon fast zur Vorsicht. Bei guter Konjunktur und steigenden Zinsen dürften sich konjunkturabhängige Aktien gut entwickeln. Die Konzentration vieler Anleger auf die wenigen US-Technologie-Konzerne spricht allerdings für ein höheres Risiko.

Auch bei der geografischen Aufteilung der Aktieninvestments ist das hohe Gewicht von US-Aktien in vielen aktiven Portfolios ein Risiko. Natürlich mag der US-Aktienmarkt seine Führungsrolle auch 2022 ausspielen. Die dort erreichte Bewertung lässt aber für den Durchschnitt der kommenden Jahre weniger Kursgewinne erwarten. Umso wichtiger bleibt die weltweite Streuung der Aktieninvestments.

Edelmetalle

Trotz stark steigender Inflationsraten gehörten Edelmetalle im Jahr 2021 nicht zu den gewinnbringenden Investments.

Die Hoffnung, die gestiegene Inflation würde dem Goldpreis helfen, wurde dadurch zunichte gemacht, dass genau diese Inflation zu einer Rückkehr der positiven Zinsen führen dürfte.

Die Erwartung jener, die sich schnelle Gewinne mit Edelmetallen erhofft hatten, wurde enttäuscht.

Fazit

Auch das Jahr 2022 wird wieder einige Überraschungen bringen. Am besten starten Sie breit diversifiziert mit aktiv gemanagten Fonds in das neue Jahr. Diese haben in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie mit einem anspruchsvollen und wechselhaften Umfeld gut umgehen können. Unsere HIC – die FinanzConcepter® beraten Sie fachkundig.

 

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Von Published On: 07.01.2022Kategorien: Allgemein0 KommentareSchlagwörter: , ,

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