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Die FAANG-Story

von Ulf Hinrichsen

Immer weiter aufwärts?

Die Aktienwerte von Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google/Alphabet – kurz zusammengefasst FAANG – kannten in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: aufwärts. Wohingegen in den letzten Monaten teils spektakuläre Kurseinbrüche bei den einstigen Überfliegern zu beobachten waren. Und so werden auch manche Fondsmanager vorsichtiger und bewerten Investments entsprechend behutsamer.

Facebook verlor allein nach Bekanntwerden des Datenskandals Mitte März fast 18 Prozent seines Wertes, was gut 70 Milliarden Dollar Börsenwert entspricht. Kurz darauf traf es Google mit einem Verlust von 14 Prozent. Im April veröffentlichten Facebook und die Google-Mutter Alphabet ihre Geschäftszahlen und die Stimmung wurde zunächst besser. Aber nicht nur Facebook und Google übertrafen die Erwartungen. Alle fünf FAANG-Aktien flogen bis zum Sommer auf Rekordniveau. Apple erreichte dabei als erstes Unternehmen in der Geschichte einen Börsenwert von über einer Billion Dollar. Die Aktien von Alphabet und Facebook notierten im Juli höher als je zuvor und sogar die Aktie des hochverschuldeten Streaming-Dienstes Netflix kletterte bis Mitte des Jahres auf neue Rekordhöhen.

Auf Hoch folgt Tief folgt Hoch

Im Juli aber enttäuschte Facebook – trotz gewaltiger Zuwächse bei Umsatz und Gewinn – die sehr hohen Erwartungen der Investoren. Der Kurs der Facebook-Aktie fiel nur einen Tag nach dem Rekord um 20 Prozent. Das entspricht einem Gesamt-Wertverlust von rund 100 Milliarden Dollar an nur einem Tag. Ein weiterer Rekord in der Börsengeschichte. Ähnlich erging es Twitter im selben Monat: Geringere Nutzerzahlen machten sich mit einem Kurseinbruch von ebenfalls rund 20 Prozent bemerkbar.

Die reinen Börsenwerte der FAANG-Aktien zeigen, dass sie eine faktische Monopolstellung innehaben und natürlich sind Erwartungen von langfristig steigenden Umsatzerlösen und Gewinnen damit verbunden. Die Konzerne selbst arbeiten intensiv daran, den Erwartungen gerecht zu werden. Es werden Riesenbudgets in Forschung und Entwicklung gesteckt und spannende Newcomer aufgekauft oder schlicht kopiert. So kündigte Facebook an, ins Dating-Geschäft einsteigen zu wollen. Allein diese Ansage brachten das Online-Datingportal Match ins Wanken. Die Sorge vor der mächtigen Konkurrenz führte zu einem Kursverlust von über 20 Prozent. Auch der Online-Bezahldienst Paypal als Primus seiner Branche muss die großen Konzerne fürchten. Sein früherer Mutterkonzern Ebay gab dem Konkurrenten Adyen den Vorzug und Amazon schiebt das eigene Bezahlsystem Amazon Pay weiter an.

Die Gegenseitigkeiten

Auch wenn die Macht der FAANG-Konzerne inzwischen so groß ist, dass in ihrem Schatten kaum ernsthafte Herausforderer wachsen können, so macht man sich doch gegenseitig erheblich Konkurrenz. Alphabet und Amazon kämpfen im wachsenden Cloud-Computing-Geschäft. Gleichzeitig versucht Facebook mit seiner Marketplace-App Marktanteile von Amazon zu ergattern und YouTube, das zu Alphabet gehört, im Videobereich Konkurrenz zu machen. Amazon bringt sein Video-, TV- und Filmgeschäft gegen Marktführer Netflix in Stellung. Alphabet wiederum greift mit seiner Smartphone-Marke Pixel die Konkurrenten an.

Für Investoren gilt: trotz Wachstum aufmerksam bleiben

Auch wenn Vergleiche zur New-Economy-Blase nicht angebracht sind, müssen Fondsmanager, die in FAANG-Aktien investieren, ihre Investments aufmerksam beobachten. Tatsächlich ist die Situation der Technologieaktien etwas entspannter und nicht mit der um die Jahrtausendwende vergleichbar. Im Gegensatz zu damals gibt es jetzt echte Gewinne und Cashflows.

Apple und Alphabet suchen ihre goldene Zukunft in China. Beide Konzerne lassen Vorbehalte gegenüber dem chinesischen Überwachungsstaat fallen und drängen mit Kompromissen auf den dortigen riesigen Wachstumsmarkt. Natürlich verdient Alphabet vor allem an Werbung im Internet und ist neben Facebook Marktführer auf diesem Gebiet. Und weil erst 40 Prozent der weltweiten Werbeausgaben digitalen Medien zufließen, dürfte dieses Wachstum weitergehen. Im Digitalwerbemarkt geht man von zweistelligen Zuwachsraten in den nächsten beiden Jahren aus. Die Erfolgsstory könnte also weitergehen. Nur sollten Anleger die zunehmenden Risiken nicht ausblenden. Die Bewertungen der Aktien enthalten Wachstums- und Qualitäts-Prämien für die herausragende Marktstellung und damit drohen naturgemäß hohe Kursrückschläge, sollte die Erfolgsstory Kratzer bekommen. Und Gefahren lauern allerorts: so schreitet beispielsweise die Marktsättigung voran, der Datenschutz und die Datensensibilität bremsen Geschäftsmodelle wie personalisierte Werbung, weltweite Handelskonflikte machen Expansionen schwieriger und auch die Rückkehr zu höheren Zinsen belasten finanzmathematische Wachstumswerte, die sich aus der Erwartung zukünftiger Gewinne ableiten.

Wetten Sie nicht nur auf eine Fortsetzung der FAANG-Erfolgsstory. Breite Risikostreuung und eine aktive Einzeltitelauswahl machen jetzt bei Investments in Technologie- und Internet-Aktien Sinn.

pic by unsplash

Noch gibt es sie: Die Überflieger am Markt

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