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Das Halbjahreszeugnis

von Ulf Hinrichsen

Wenn man sich das Ende des ersten Halbjahres betrachtet, dann darf man den Indizes, entgegen vieler Erwartungen, kein „ungenügend“ unter das Zeugnis schreiben.

Die in Summe eher kleinen Abweichungen im Vergleich zum Jahresbeginn zeigen aber kaum, dass hinter den Aktienbörsen das wohl turbulenteste Halbjahr ihrer Geschichte liegt.

Der populäre Leitindex Dow Jones Industrial Average verlor lediglich 9,6 Prozent und der S&P-500-lndex beendete das erste Halbjahr sogar nur mit einem Minus von 4 Prozent. Noch besser blieb die Entwicklung an der „Technologie-Börse” Nasdaq. Deren umfassender „Composite Index” zeigt in seiner Halbjahresbilanz ein Plus von 12,1 Prozent. Angeführt wurde die Kurserholung vor allem von Internet-Aktien. Der entsprechende Branchenindex erzielte im ersten Halbjahr ein Plus von 25,5 Prozent.

An den europäischen Aktienmärkten verblieben für das erste Halbjahr zwar Verluste, allerdings in vertretbarem Umfang. So stehen die Chancen gut, im Laufe des Gesamtjahres in die Gewinnzone zurückzukehren. Der Euro-STOXX-50-lndex weist ein Halbjahresminus von 13,6 Prozent aus. Deutlich besser schnitt der DAX ab, der Mitte des Jahres 7,1 Prozent niedriger stand als bei Jahresbeginn.

Der Zusammenbruch des deutschen Zahlungsverkehrsdienstleisters Wirecard belastet den DAX aufgrund des geringen Gewichts, mit dem die Wirecard-Aktie in den DAX eingerechnet wird, kaum. Im deutschen Technologie-Aktienindex TecDAX entfielen allerdings gut 8 Prozent auf Wirecard. Ohne Wirecard hätte der TecDAX das erste Halbjahr im Plus beendet.

Den Blick auf das Ganze

Die ersten sechs Monate hatten es in sich. Noch nie brachen Aktienkurse nach erreichten Rekordhöhen so schnell und tief ein. Und noch nie erholten sie sich so schnell wieder.

Aber natürlich haben solche V-förmigen Kursverläufe auch ihre Gründe. Der globale Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten folgte nicht einer Konjunkturschwäche, sondern war Folge der globalen Lockdown-Maßnahmen. Man kann sagen, dass es sich um eine staatlich angeordnete Rezession handelt. Wenig verwunderlich also, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten mit der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen wieder zunehmen.

Auch die weltweit gestarteten Hilfsmaßnahmen in nicht gekanntem Ausmaß beleben die Konjunktur weiter.

Pic by freepik.com
Ruhe bewahren – auch in Ausnahmesituationen.

Fazit

Einmal mehr haben sich panische Verkäufe bei einem Crash als falsch erwiesen. Wer im zweiten Quartal seine Investments auflöste, hat wahrscheinlich hohe Verluste erlitten. Wer warten konnte, dürfte sich heute bereits wieder in der Gewinnzone befinden – dies gilt jedenfalls für all jene, die im März und April Aktieninvestments getätigt haben.

Sollten Sie noch Fragen zu den Entwicklungen an den Märkten haben, steht Ihnen Ihr FinanzConcepter® gerne persönlich zur Seite.

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