Finanzielle Sicherheit bei langer Krankheit: Warum Krankentagegeld wichtig ist

von Steve Ruholl

Eine Grippe ist meist nach einigen Tagen überstanden. Nach einer Operation oder bei einer ernsthaften Erkrankung kann die Rückkehr in den Beruf dagegen Wochen oder Monate dauern. Angestellte erhalten ihr Gehalt in der Regel sechs Wochen weiter. Danach übernimmt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse. Allerdings fällt das Krankengeld geringer aus als das bisherige Einkommen und für Selbstständige entsteht die finanzielle Lücke sogar deutlich früher.

Heute erkläre ich, warum nach sechs Wochen eine spürbare finanzielle Lücke droht und wie man sich davor schützt.

Krankengeld und Krankentagegeld – ähnlich im Namen, anders gedacht

Für Angestellte ist die Welt in den ersten sechs Wochen einer Erkrankung meist noch in Ordnung. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt im Zuge der gesetzlichen Entgeltfortzahlung zu 100 Prozent weiter. Doch ab dem 43. Tag ändert sich die Situation grundlegend:

1. Für gesetzlich versicherte Angestellte

Nach den sechs Wochen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse und zahlt das sogenannte Krankengeld. Viele wiegen sich hier in falscher Sicherheit, denn das Krankengeld deckt längst nicht das volle Einkommen ab:

  • Es beträgt lediglich 70 Prozent des Bruttoeinkommens und maximal 90 Prozent des Nettoverdienstes.
  • Der gedeckelte Höchstsatz wird zusätzlich durch die gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze
  • Vom Krankengeld werden außerdem noch die regulären Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Das Ergebnis:
Es entsteht eine Versorgungslücke von rund 20 Prozent des gewohnten Einkommens. Bei Gutverdienern fällt dieser Verlust aufgrund der Beitragsdeckelung oft noch deutlich höher aus.

2. Für privat versicherte Angestellte

Wer privat krankenversichert ist, erhält nach den sechs Wochen der Entgeltfortzahlung überhaupt kein gesetzliches Krankengeld. Ohne eine zusätzliche private Vorsorge sinkt das Einkommen ab der siebten Woche schlagartig auf null.

Infografik zur Krankentagegeldversicherung für Angestellte. Sie zeigt den Unterschied bei Arbeitsunfähigkeit zwischen gesetzlich Versicherten mit einer Versorgungslücke von ca. 20 % und privat Versicherten mit einer Versorgungslücke von 100 % ab der 7. Woche.
Die Versorgungslücke ab Woche 7 sollte geschlossen werden.

Die Lösung: Das private Krankentagegeld

Genau hier setzt das private Krankentagegeld an. Es schließt die entstandene Lücke flexibel und sorgt dafür, dass Ihr Lebensstandard auch bei monatelanger Krankheit nicht gefährdet ist.

  • Feste Auszahlung: Sie erhalten für jeden Tag der nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit einen vertraglich vereinbarten, festen Geldbetrag.
  • Passgenauer Start: Für Angestellte wird der Leistungsbeginn idealerweise ab dem 43. Tag vereinbart. So schließt die Versicherung nahtlos an das Ende der Lohnfortzahlung Ihres Arbeitgebers an.

Für wen ist die Absicherung besonders wichtig?

  • Gutverdienende Angestellte
    können eine größere Lücke haben, weil das gesetzliche Krankengeld nach oben begrenzt ist.
  • Privatversicherte Arbeitnehmer
    erhalten nach der Entgeltfortzahlung kein gesetzliches Krankengeld. Hier gehört die Absicherung des Verdienstausfalls zur persönlichen Vorsorge.
  • Selbstständige und Freiberufler
    trifft eine Krankheit oft besonders schnell. Bleiben Aufträge liegen, fehlen Einnahmen, während betriebliche und private Kosten weiterlaufen. Der Leistungsbeginn lässt sich deshalb häufig deutlich früher vereinbaren.
  • Familien mit finanziellen Verpflichtungen:
    Hohe Fixkosten lassen wenig Spielraum – Krankentagegeld bringt Planungssicherheit.

Tipp: Ein einfacher Kassensturz, bei dem monatliche Ausgaben dem geringeren Einkommen bei längerer Krankheit gegenübergestellt werden, hilft bei der Einschätzung. Aus der Differenz lässt sich ableiten, welcher Tagessatz tatsächlich gebraucht wird.

Worauf sollte man beim Abschluss achten?

  1. Beitrag vs. Rücklagen (Karenzzeit): Wer über ausreichende Ersparnisse verfügt, kann die Auszahlung auch weiter nach hinten verschieben (längere Karenzzeit). Das senkt den monatlichen Versicherungsbeitrag.
  2. Dynamische Anpassung: Nach einer Gehaltserhöhung wächst auch die finanzielle Lücke im Ernstfall wieder. Gute Tarife bieten die Möglichkeit, den Tagessatz ohne erneute Gesundheitsprüfung anzuheben.
  3. Teilweise Wiedereingliederung: Achten Sie darauf, dass der Tarif auch dann leistet, wenn Sie nach langer Krankheit langsam und stufenweise (z. B. nach dem Hamburger Modell) in den Beruf zurückkehren.

Fazit: Gesund werden ohne finanzielle Sorgen

Eine lange Krankheit ist mental und körperlich anstrengend genug. Mit der passenden Krankentagegeldversicherung stellen Sie sicher, dass Ihre Finanzen im Hintergrund einfach weiterlaufen und Sie sich voll und ganz auf Ihre Genesung konzentrieren können.

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