Börsen im Herbst: Shutdown, Rekorde und Edelmetalle

von Steve Ruholl

Der Oktober brachte an den Finanzmärkten eine ungewöhnliche Mischung aus politischer Unsicherheit, neuen Rekordständen und einer spekulativen Edelmetall-Rallye. Trotz des US-Shutdowns und ausbleibender Wirtschaftsdaten blieben die Börsen erstaunlich robust.

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US-Politik: Shutdown und Zolldrohungen

Weil sich der US-Kongress nicht auf eine Finanzierung einigen konnte, legte der Shutdown weite Teile des Regierungsbetriebs lahm. Wichtige Konjunkturdaten fehlten – dennoch wuchs die Erwartung weiterer Zinssenkungen, nicht zuletzt aufgrund überraschend niedriger Inflationszahlen.

Zwischendurch sorgten Trumps erneute Zolldrohungen gegen China für Nervosität und Gewinnmitnahmen, besonders bei Halbleiter- und Pharmawerten. Die Lage beruhigte sich jedoch, nachdem Trump die wirtschaftliche Tragfähigkeit seiner Ankündigungen relativierte.

Starke Quartalszahlen treiben US-Indizes auf Rekordstände

Die Berichtssaison fiel überwiegend positiv aus:

  • Dow Jones: über 47.000 Punkte
  • S&P 500: neue Allzeithochs über 6.800 Punkten
  • Nasdaq 100: über 25.000 Punkte

Besonders erfreulich: Auch die Breite des Marktes zog mit. Nebenwerte wie im Russell 2000 erreichten ebenfalls neue Rekorde – ein starkes Signal für die Marktgesundheit.

Europa und Japan mit Rückenwind

Auch die europäischen Börsen legten zu. Der Euro-STOXX-50 überschritt erstmals die Marke von 5.700 Punkten und der DAX erreichte neue Rekordwerte. Japan stach sogar noch stärker hervor: Die Wahl von Sanae Takaichi zur Regierungschefin löste einen Optimismusschub aus, der den Nikkei 225 erstmals über 50.000 Punkte hob.

Edelmetalle: FOMO-Rallye und überfällige Korrektur

Gold, Silber, Platin und Palladium setzten ihre Preisrennen fort. Gold markierte neue Höchststände von 4.380 USD pro Unze und Silber durchbrach erstmals seit 1980 die 50-USD-Marke.

Der Preisanstieg bei Edelmetallen hatte sich in diesem Jahr beschleunigt. Er führte zu einer Rallye, die schließlich eine sogenannte Fahnenstange ausbildete, einen im langfristigen Bild fast senkrechten Anstieg des Preises.

Eine solche Bewegung ist hinsichtlich ihrer Höhe schwer abzuschätzen, denn es herrschen dann nicht mehr nüchterne Kalkulationen über den Wert, sondern eine Kaufpanik. Ein Kursanstieg in Form einer Fahnenstange ist also die Folge eines psychologischen Phänomens, das man heutzutage Fear of Missing Out (FOMO) nennt, also die Angst, etwas zu verpassen.

Wie so oft folgte rasch eine Korrektur:

  • Gold: Rückgang auf rund 4.000 USD
  • Silber: auf 47,50 USD
  • Platin/Palladium: moderatere Rücksetzer

Kurzfristige Spekulanten nahmen Gewinne mit, während langfristig orientierte Anleger nun auf Einstiegschancen warten.

Blick in einen Tresor in welchem Goldbarren gestapelt sind.
Edelmetalle bleiben langfristig interessant.

Warum Edelmetalle langfristig gestützt bleiben

Mehrere Faktoren sprechen gegen eine grundlegende Trendwende nach unten:

  • Vertrauensverlust in die US-Regierung und Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit
  • Politische Risiken (USA–China, Russland)
  • Es ist nur eine langsame Anpassung des weltweiten Minenangebots möglich.

Fazit: Edelmetalle ja – aber mit Augenmaß

Edelmetalle bleiben ein wertvoller Baustein für ein breit diversifiziertes Portfolio, aber kein Muss. Investments in Aktien von Edelmetall-Unternehmen zeigen häufig in beide Richtungen eine Hebelwirkung, was von Investoren noch mehr Disziplin verlangt. Wer kein direktes Timing-Risiko eingehen möchte, findet in Multi-Asset-Fonds eine sinnvolle Alternative.

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