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Rück- und Ausblick

von Ulf Hinrichsen

Wissen Sie noch, was Handelskriege, Amtsenthebungsverfahren oder Brexitdebatten waren? Solche Risikoszenarien wirken heute harmlos und wie aus einer anderen Ära. Vieles hat der Ausbruch der Corona Pandemie auf die hinteren Plätze verwiesen und beinahe aus dem kollektiven Gedächtnis gestrichen. Nichts hat in den letzten Jahrzehnten die Finanzmärkte so nachhaltig beeinflusst, wie die Ausbreitung des Covid-19-Virus.

Die echte Unsicherheit

Die Unsicherheit, ob die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden kann, bleibt nach wie vor hoch. Märkte sind verunsichert und beflügeln dadurch die Nachfrage nach sicheren Anlagen umso mehr. Eine Folge davon ist allerdings, dass sich die Zinsstruktur am Markt immer weiter nach unten und sogar in den negativen Bereich bewegt.

Lieber breit gestreut

Die Anlagestrategie der breiten Streuung hat sich auch in diesen Krisenzeiten als die sinnvollste erwiesen. So konnte man den plötzlich beginnenden und extrem schnell verlaufenden Crash deutlich in seinen Auswirkungen dämpfen.

Was kommen wird

Der plötzliche Rückgang bei Produktion und Nachfrage in China wird mit einer Verzögerung von nur wenigen Monaten auch Auswirkungen auf den Rest der Welt haben. Und auch in Europa, den USA und in Japan gibt es durch die Shutdowns Rückgänge bei Produktion und Nachfrage.

Nachfrage und Angebot an Dienstleistungen wie Tourismus, Messen, Unterhaltungsveranstaltungen oder Gastronomie liegen infolge von Eindämmungsmaßnahmen und des Angstfaktors  am Boden.

Der enorme Ölpreisrückgang erschwert einigen Ländern und Branchen die Situation zusätzlich. Auf der anderen Seite stellt er ein Sparpotenzial für Unternehmen und Haushalte dar.

Fast alle Regierungen haben inzwischen mit Maßnahmenpaketen reagiert. Zunächst stehen Sofort- und Überbrückungshilfen im Fokus. Diese sind auch deswegen wichtig, um das Überspringen der Probleme von Branchen, die jetzt betroffen sind, auf andere Unternehmen zu verhindern. Das heißt konkret, dass vor allem die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen erhalten und Insolvenzen vermieden werden müssen.

Später sollen dann Wiederankurbelungsmaßnahmen greifen, um das Wiederhochfahren der Wirtschaft zu erleichtern und um zu verhindern, dass mittelfristig zu wenig investiert wird.

Was ist sicher zu erwarten

Sicher ist, dass eine kurze Rezession von zwei bis drei Quartalen in den wichtigen Wirtschaftsräumen folgen wird. Ab Herbst kann man dann wahrscheinlich mit einer Stabilisierung rechnen, wenn sich Produktion und Nachfrage wieder normalisieren. Diese Prognose geht davon aus, dass die Corona-Pandemie innerhalb eines kurzen Zeitraumes ihren Höhepunkt erreichen wird.

Wenn 2021 dann die Nachholeffekte greifen, wird es ein Jahr mit überdurchschnittlichem Wachstum.

Die Zentralbanken werden ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter lockern und darauf achten, dass der Geld- und Kreditfluss zu den Unternehmen erhalten bleibt. Außerdem werden sie – mit hoher Wahrscheinlichkeit – an der nun bald weltweit vorherrschenden Nullzinspolitik festhalten.

Um die Nachfrage anzukurbeln und die Wirtschaft zu stützen, kann man von den meisten Regierungen Steuererleichterungen erwarten.

Diese Maßnahmen könnten zurfolge haben, dass die Börsen darauf sehr schnell und sehr positiv reagieren, und zwar unter Vorwegnahme der Erholung.

Trotz einer globalen Welle der geldpolitischen Lockerung und möglicherweise weiteren Stimuli sollte man dennoch vorsichtig bleiben. Der Fokus liegt gegenwärtig auf Liquidität und Kapitalschutz. Auf der Unternehmensseite wird es Gewinner und Verlierer geben, was an den Börsen entsprechende Anpassungen nach sich ziehen wird.

Pic by freepik.com
Noch ist ungewiss, wann Geschäfte ihren gewohnten Gang gehen können.

Fazit

Weder ist die Entwicklung der Pandemie absehbar, noch der genaue Umfang und Dauer der Shutdowns und der aktuellen Lockerungen. Entsprechend ungewiss sind kurzfristig die Gewinnaussichten für einzelne Unternehmen. Wer ist Gewinner, wer Verlierer? Die Börsen werden noch einige Zeit mit Neubewertungen und Anpassungsreaktionen einzelner Aktien befasst sein.

Sollten Sie noch Fragen zu den Entwicklungen an den Märkten haben, steht Ihnen Ihr FinanzConcepter® gerne persönlich zur Seite.

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