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Wie läuft die Abwicklung bei ehemals offenen Immobilienfonds?

Von Tobias Hoch

Die Finanzkrise 2008 hat in vielen Bereichen für große Schwierigkeiten gesorgt. Ein wichtiges Beispiel sind offene Immobilienfonds – viele unserer Kunden hatten in jüngster Zeit Fragen zu diesem Thema. Viele dieser Fonds wurden von der der Krise derart in Mitleidenschaft gezogen, dass die Fondsgesellschaften das Geld der Anleger eingefroren haben. Doch wie konnte es dazu kommen?

Ein wichtiger Grund ist folgendes Konstruktionsproblem der Fonds: Wenn viele Anleger zur gleichen Zeit ihre Anteile zurückgeben möchten, drohen Schwierigkeiten bei der Auszahlung. Zwar legen die Fondsmanager immer einen Teil der Gelder auf Geldmarktkonten und in Anleihen an, um Anleger bedienen zu können. Ist diese sogenannte Liquiditätsquote aber zu niedrig, bleibt dem Manager nur der Verkauf von Immobilien, um alle auszuzahlen. Das kostet Zeit, denn große Gebäudekomplexe verkaufen sich nicht von heute auf morgen.

Der einzige Ausweg für das Fondsmanagement in dieser Lage: Es muss die Gelder einfrieren. Zwei Jahre sind die dafür vom Gesetzgeber maximal zugelassene Sperrfrist. Ist danach die Liquiditätsquote immer noch zu gering, um die Rückgabewünsche aller Anleger bedienen zu können, bleibt dem Fondsmanagement nur die Abwicklung. Mittlerweile befinden sich in Deutschland ein Dutzend offener Immobilienfonds in der Abwicklung. Für die Anleger, deren Geld noch in den Fonds steckt, stellen die regelmäßigen Ausschüttungen eine Chance dar, ihr Kapital vollständig zurückzuerhalten. Zwar könnten Investoren die Fondsanteile auch über die Börse verkaufen, allerdings nur mit hohen Abschlägen.

Der Blick auf die größten in Abwicklung befindlichen Immobilienfonds zeigt, dass sich die Gesellschaften in ihrem Ausschüttungsgebaren deutlich unterscheiden. Damit Anleger der dichtgemachten Produkte regelmäßig Geld zurückerhalten, sind sie darauf angewiesen, dass die Fondsmanager die in den Produkten enthaltenen Immobilien möglichst hochpreisig verkaufen. Je nachdem kann ein Immobilienfonds somit seine Immobilien schneller verkaufen und somit schneller Kundengelder zurückführen – oder eben langsamer.

Besonders häufig erreichten uns Fragen zu den Immobilienfonds AXA Immoselect, CS Euroreal und SEB ImmoInvest. Daher möchte ich an dieser Stelle einen kurzen, aktuellen Stand (24.Oktober 2012) zu den Abwicklungsmodalitäten der drei genannten Immobilienfonds darstellen:

AXA Immoselect (WKN: 984645/ ISIN: DE0009846451)

  • Auflage: 3. Juni 2002
  • Fondsvolumen vor der Abwicklung: 2,4 Milliarden Euro
  • Abwicklung des Sondervermögens „AXA Immoselect“ spätestens zum 20. Oktober 2014.
  • Den Anlegern werden die Verkaufserlöse in halbjährlichen Raten ausbezahlt.
  • Erste Ausschüttung am 31. Juli 2012 in Höhe von 1,85 Euro/Anteil.

CS EuroReal (WKN: 980500/ ISIN: DE0009805002)

  • Auflage: 6. April 1992
  • Fondsvolumen vor der Abwicklung: 6 Milliarden Euro
  • Abwicklung des Sondervermögens „CS EuroReal“ spätestens zum 30. April 2017.
  • Auszahlungen aus dem Fondsvermögen an die Anleger sind halbjährlich geplant.
  • Erste Ausschüttung am 3. Juli 2012 in Höhe von 4,30 Euro/Anteil für die Anteilklasse EUR.

SEB ImmoInvest (WKN: 980230/ ISIN: DE0009802306)

  • Auflage: 2. Mai 1989
  • Fondsvolumen vor der Abwicklung: 6 Milliarden Euro
  • Abwicklung des Sondervermögens „SEB ImmoInvest“ spätestens zum 30. April 2017.
  • Auszahlungen aus dem Fondsvermögen an die Anleger sind halbjährlich geplant.
  • Erste Ausschüttung am 29. Juni 2012 in Höhe von 10,25 Euro/Anteil.

Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie einfach Ihren Berater an.

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