HIC Logo

Wann hilft eine Elementarschutzversicherung?

von Sven Tablack und Steve Ruholl

Vulkanausbruch, Lawinen, Erdbeben oder Überschwemmungen – wenn die Natur ihren Gewalten freien Lauf lässt, dann ist der Mensch machtlos, und die Schäden sind groß. Zumindest die materiellen Schäden lassen sich aber abmildern, und zwar durch eine Elementarschutzversicherung.

Sie ist ein durchaus bekannter, aber leider häufig vernachlässigter Teil der Hausrat- und Gebäudeversicherung. Was sich genau dahinter verbirgt und warum das Risiko unterschätzt wird, möchten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag näher erläutern.

Was genau ist mit einer Elementarschutzversicherung versichert?

Eine Elementarschutzversicherung deckt Schäden durch die folgenden Naturereignisse ab:

  • Überschwemmungen durch Ausuferung von Gewässern und durch Starkregen sowie dadurch bedingten Austritt von Grundwasser an die Oberfläche
  • Rückstau
  • Erdbeben
  • Erdsenkung
  • Erdrutsch
  • Schneedruck (auch Dachlawinen)
  • Lawinen
  • Vulkanausbruch

Je nach Region sind die verschiedenen Gefahrenfaktoren natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Zum Beispiel lässt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ein Vulkanausbruch eine relativ unwahrscheinliche Gefahrenquelle für den norddeutschen Raum darstellt. Nicht zu unterschätzen sind jedoch Schäden durch Lawinen und Schneedruck (Dachlawinen) in Süddeutschland sowie die Überschwemmung oder Ausuferung von Gewässern oder auch Rückstau durch Starkregen. Vor allem Letzteres ist ein Risiko, vor dem die Versicherer explizit warnen.

Schadenbeispiele für eine Elementarschutzversicherung

Beispiel 1: Durch einen Sturm mit lang anhaltendem Regen wird der Keller eines Einfamilienhauses überflutet. Der Wassereinbruch beschädigt die dort installierte Heizungsanlage und das Fundament. Hierbei handelt es sich um einen klassischen Schaden infolge einer Überschwemmung durch Regen. Das Auspumpen des Kellers sowie die Instandsetzung der Heizungsanlage und des Fundaments werden nur dann vom Versicherer bezahlt, wenn ein Elementarschutz im Rahmen der Wohngebäudeversicherung besteht.

Beispiel 2: Nach lang anhaltendem Schneefall gibt die Überdachung einer Terrasse den Schneemassen nach und stürzt ein. Die gebrochenen Stützbalken beschädigen die Ziermarmorplatten auf dem Terrassenboden. Auch hier greift die Wohngebäudeversicherung nur mit vorhandenem Elementarschutz.

Beispiel 3: Um das Erdgeschoss eines Mietshauses weichen starke Regenfälle das Erdreich auf. Daraus entsteht ein Erdrutsch, der das Haus teilweise einstürzen lässt. Dadurch wird der Hausrat in den Mietwohnungen des Hauses teilweise zerstört. Was viele nicht wissen: Diese Schäden werden ebenfalls nur dann über die Hausratversicherung bezahlt, wenn ein Elementarbaustein mit vereinbart wurde.

Zahlenbeispiele

Offizielle Zahlen der VHV-Versicherungen aus dem Jahr 2013 belegen ein Gesamtschadenvolumen für Deutschland von knapp sieben Milliarden Euro durch Elementarschäden. Die Tatsache, dass lediglich knapp 35 Prozent der versicherten Risikoorte einen Elementarschutz aufweisen, macht das Ergebnis noch drastischer. Die Kosten für einen solchen Elementarschutzes sind unterschiedlich und der regionalen Risikohöhe angepasst. In weniger risikoreichen Gebieten sind Elementarschäden bereits für wenige Euro Jahresbeitrag mitversicherbar.

Da sich manche Gefahren, zum Beispiel solche durch lang anhaltende Regenfälle, aber nur schwer nach Region bestimmen lassen, liegt das Hauptaugenmerk hierbei auf der Gefahr durch Überschwemmungen naheliegender Gewässer und Flüsse. Hierfür wurde das „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“ entwickelt. Die ZÜRS-Zonen werden wie folgt eingeteilt:

ZÜRS-Zone 1: Überschwemmungen kommen in dem Gebiet nicht oder seltener als ein Mal in 100 Jahren vor.

ZÜRS-Zone 2: Überschwemmungen kommen in dem betroffenen Gebiet in 50 bis 100 Jahren ein Mal vor.

ZÜRS-Zone 3: Überschwemmungen kommen in dem betroffenen Gebiet in 10 bis 50 Jahren ein Mal vor.

ZÜRS-Zone 4: Überschwemmungen kommen in dem betroffenen Gebiet mindestens ein Mal in 10 Jahren vor.

Hierbei gilt: Je höher die ZÜRS-Zone, desto teurer der Versicherungsschutz. Die ZÜRS-Zone 4 wurde bis vor kurzem sogar als nicht versicherbar eingestuft. Auf diesen Umstand hat der Markt jedoch reagiert und bietet nun als Lösung eine allgemeine Versicherbarkeit der ZÜRS-Zone 4 an, was jedoch häufig mit hohen Beiträgen oder Selbstbehalten verbunden ist.

Trotz der hohen Kosten ist eine pauschale Ablehnung dieser Möglichkeit der falsche Ansatz. Warum? Die ZÜRS-Zonen werden durch fundierte, statistische Auswertungen nachvollziehbar festgelegt. Wer sich in einer hohen Zone befindet, sollte also erwägen, das entsprechende Geld in den Versicherungsschutz zu investieren, um im schlimmsten Fall abgesichert zu sein. Denn: Jeglicher Schaden, der durch ein Elementarereignis entsteht, wird sonst nicht bezahlt.

Wir empfehlen die Absicherung gegen Elementarschäden im Rahmen der Wohngebäude- und Hausratabsicherung. Das gilt für Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen oder vermieten, ebenso wie für Mieter einer Wohnung oder eines Hauses. Bei weiteren Fragen zur Elementarversicherung steht Ihnen Ihr HIC-FinanzConcepter natürlich zur Verfügung. Gerne prüfen wir auch Ihren Vertrag auf die Möglichkeit einer Absicherung von Elementarschäden – kommen Sie für ein persönliches Gespräch einfach auf uns zu.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
*

Bitte lösen Sie vor dem Senden diese kleine Aufgabe: *