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Unisex – oder: die Tücken der Gleichberechtigung

von Matthias Hamann

„Wenn Damen zum Friseur gehen, müssen sie gewöhnlich deutlich tiefer als die Herren ins Portemonnaie greifen. Das liegt vor allem an Tönungen, Strähnchen und Dauerwellen, sagen die Friseure. Also an dem, was Herren normalerweise nicht nachfragen.“ Deshalb gebe es auch keine funktionierenden Friseursalons, die im großen Stil Einheitstarife für Männer und Frauen anbieten. So hieß es in einem Beitrag des „heute-journals“ im ZDF am 17. September 2012.

Was die Haarpracht der Damenwelt mit der Finanzwelt zu tun hat? Wer schon länger unseren Blog verfolgt, erinnert sich vielleicht: Am 1. März 2011 hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Versicherungen Männer und Frauen gleich behandeln sollen und deshalb keine unterschiedlichen Tarife mehr für sie anbieten dürfen. Stichtag hierfür ist der 20. Dezember 2012. Diesem Thema hatte sich das auch das „heute-journal“ angenommen.

Die Entscheidung des Gerichtshofs hat zur Folge, dass die Beiträge für sämtliche Versicherungen neu kalkuliert werden müssen. Bisher hat die kürzere durchschnittliche Lebenserwartung der Männer dafür gesorgt, dass sie im Alter höhere Renten als die Frauen erhielten. Mit den neuen Unisex-Tarifen fällt dieser logische Ausgleich weg, und die Rentenzahlungen werden für Männer künftig um bis zu 15 Prozent geringer ausfallen. Das gilt für alle Verträge, die ab dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen werden. Ähnlich verhält es sich mit Berufsunfähigkeitsrenten und Absicherungen für die Pflegevorsorge. Vor allem für letztere können die Beiträge um bis zu 35 Prozent steigen. Hier kann es sich für Männer in barer Münze auszahlen, eine eventuell vorhandene Lücke noch zu den bisherigen Bedingungen zu schließen.

Doch auch für Frauen hat diese Regelung Nachteile. Für sie wird es in Zukunft teurer, eine Hinterbliebenenvorsorge in Form einer Risikolebensversicherung abzuschließen. Sollten Sie so etwas ins Auge gefasst haben, dann können durch den Gang zu Ihrem Berater vor dem 21. Dezember möglicherweise einige hundert Euro an Beitrag sparen.

Selbstverständlich sind bestehende Verträge von dieser Regelung nicht betroffen – hier greift der Bestandsschutz. Ob Sie noch vor dem Stichtag handeln sollten, hängt natürlich maßgeblich von Ihrer individuellen Situation ab. Am besten hilft da das persönliche Gespräch mit Ihrem HIC-Berater weiter.

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