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Leitungswasserschadenseintritt und Versicherungswechsel

von Steve Ruholl – in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Kathrin Pagel, Fachanwältin für Versicherungsrecht, Partnerin in der Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte

Herbstzeit – Zeit für Versicherungswechsel?

Jedes Jahr im Herbst stellt sich landesweit die Frage, sollte man nur die Autobereifung umstellen oder auch über einen Versicherungswechsel nachdenken? Diese Entscheidung ist, im Gegensatz zum Räderwechsel, nicht ganz leicht. Besonders knifflige Beispiele fördern die Fallstricke zutage, die es zu beachten gilt. So kann es sein, dass der Beginn eines Schadens in den Altvertrag hineinragt und sich nun alle Parteien darüber streiten, wer für die Einbußen aufkommen muss.

Im Januar 2013 hatte beispielsweise ein Kläger einen Versicherungsvertrag über eine verbundene Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Im August 2013 platzte ein Wasserrohr, das zu einem Heizkessel führte. Das daraus austretende Wasser floss in die darunterliegenden Räumlichkeiten. Für den dadurch entstandenen Leitungswasserschaden begehrte der Kläger Ersatz. Der Versicherer berief sich darauf, dass der Schaden durch eine Leckage an der Vorlaufleitung der Heizterme verursacht worden sei. Von hier sei Wasser ausgetreten, und zwar über einen längeren Zeitraum, was zur Korrosion geführt habe. Durch den Sachverständigen des Versicherers wurde festgestellt, dass das schadensverursachende Ereignis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor Versicherungsbeginn liege.

Im Streit stand nunmehr, ob der Versicherungsfall innerhalb des versicherten Zeitraumes eingetreten war.

Aus dem Gerichtssaal

Das Oberlandesgericht stellte zunächst fest, dass der zu ersetzende Schaden darin besteht, dass durch das Platzen des Wasserrohrs bestimmungswidrig Leitungswasser in die darunterliegenden Räumlichkeiten eingedrungen ist, und darüber hinaus die beklagte Versicherung für den Schaden einzustehen hat. Insoweit hier eine Regelungslücke dadurch gegeben sein sollte, dass sich nicht feststellen lassen würde, wann der Wasserschaden durch erstmals auslaufendes Leitungswasser entstanden sein soll, geht dies nicht zulasten des Versicherungsnehmers.

HIC GmbH - Versicherungswechsel

Foto: Geoffrey Whiteway

Manchmal fällt im Namen des Volkes nicht das letzte Wort

Anmerkung: Das Oberlandesgericht Celle hat dies in einer Entscheidung aus dem Jahr 2012 noch anders gesehen. Insoweit wurde die Revision zugelassen, eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Problematik des Versicherungswechsels und damit verbundener Beweisnöte des Versicherungsnehmers wird noch erwartet.

Falls Sie nun tatsächlich über einen Versicherungswechsel nachdenken, sollten Sie sich gut beraten lassen, denn nicht immer ist das billigste auch das günstigste Angebot. Die FinanzConcepter® der HIC GmbH unterstützen Sie unabhängig und helfen gerne bei allen Fragen rund um einen Versicherungswechsel. Und natürlich stehen wir Ihnen auch bei Immobilieninvestitionen sowie Investmentstrategien kompetent zur Seite.

 

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