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Kleines Anlegerwissen

von Ulf Hinrichsen

Welchen Einfluss haben aktuelle Geschehnisse auf die Märkte?

Als Mensch mit politischem, wirtschaftlichem und sozialem Interesse ist man bemüht, sich allumfassend über das tägliche Geschehen rund um den Globus zu informieren. Man wälzt Gazetten und versucht, möglichst neutral durch die Berichterstattung aller Kanäle zu schwimmen. Allerdings schafft man es nicht mehr, die einem innewohnende Empathie gänzlich zur Entfaltung zu bringen und Verständnis für all das zu haben, was einem an Informationen geboten wird. Auch wenn vieles von dem auf der Weltbühne Dargebotenen betroffen macht, so bleibt die Welt der Aktien momentan doch erstaunlich unbeeindruckt.

Das Öl und die Kurse

An den Börsen steht die Entwicklung der Weltkonjunktur im Vordergrund. Und diese blieb überwiegend gut. Allerdings gibt es, wie so oft, auch hier Ausnahmen: Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen drückte gemeinsam mit fallenden Ölpreisen auf die Werte der Ölkonzerne.

Das billiger werdende Öl ist indirekt ein Grund für fallende Kurse anderer Aktien an den Börsen. Die Inflationsraten sind wegen des Öls auch wieder rückläufig. Da diese zuvor stiegen, passte die US-Notenbank die Zinsen nach oben hin an, um mit einer strengen Geldpolitik dem Kaufkraftverlust ihrer Währung entgegenzutreten. Sollte nun bei weiter fallendem Ölpreis eine Normalisierung der Zinsen ausbleiben, würde das Banken und Versicherungen, sehr schaden.

Faktoren und Bewegungen der Indizes

Auch wenn im Euroland der Ruf nach einer Normalisierung der Zinsen lauter wurde, wird im laufenden Jahr noch keine Rückkehr von der EZB zu positiven Zinsen erwartet.

Der Brexit und der Verlust der Parlamentsmehrheit für die konservative Partei in Großbritannien hatten nicht den erwarteten Einfluss auf die Börsen. Die französischen Wahlen, welche Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten machten, wurden deutlich positiver wahrgenommen. Aber auch sie blieben ohne nennenswertes Gewicht.

Das zwischenzeitliche Hoch des DAX-Performance-Index ist ferner ein Ergebnis der Einrechnung der Dividendenzahlungen. Der sogenannte Kursindex hingegen erreichte erst wieder 6.000 Punkte und liegt damit noch unter dem Niveau des Frühjahrs 2015, als ein Rekord erreicht wurde.

Die amerikanischen Aktienbörsen zeigten sich nach dem kurzen Kursrückgang Mitte Mai weiter erholt. Unterbrochen wurde der Kursanstieg von Gewinnmitnahmen bei US-Hightech-Firmen. Der Dow Jones Industrial Average erreichte auch ohne Anrechnung von Dividenden neue Rekordhöhen.

Anlegerliebling Liquid Alternatives ist keine Wunderwaffe

Neue Möglichkeiten zur Ausweitung der Anlagemöglichkeiten traditioneller Portfolien sind derzeit sehr gefragt. Die sogenannten Liquid Alternatives zählen gegenwärtig zu den neuen Bestsellern der Investmentbranche. Innerhalb weniger Jahre haben sich die in Liquid Alternatives verwalteten Gelder nahezu verdreifacht.

Wasserwelle
Liquid Alternatives boomen – photo by freepik

Hinter Liquid Alternatives verbirgt sich ein breites Spektrum von unterschiedlichen Ansätzen. Im Gegensatz zu Hedgefonds dürfen Produkte hier auch an Privatanleger verkauft werden. Die Fonds versprechen stabile Renditen, und sie gehen nur geringfügig mit traditionellen Anlageformen wie Aktien und Anleihen einher – ohne dabei an Liquidität einzubüßen. Die Fondsmanager konzentrieren sich auf spezifische alternative Strategien. Dabei sind sie aufgrund ihrer Freiheiten in der Lage, eine Vielzahl von Vermögensklassen, Handelstechniken und Hebel zu nutzen, um bessere Risiko-Ertrags-Profile zu erzielen. Erlaubt ist alles, was Erfolg verspricht, solange es sich im Rahmen der UCITS -Vorgaben bewegt. UCITS steht dabei für Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities.

Der größte Unterschied zu den klassischen Hedgefonds aber besteht in der Liquidität. Vorgeschrieben ist, dass Anleger mindestens zweimal im Monat ihre Anteile kaufen oder verkaufen können. Damit sind bestimmte illiquide Strategien ausgeschlossen.

Anders als es bei herkömmlichen Anlageklassen der Fall ist, hängen Risiko und Rendite bei Liquid Alternatives weniger von den Marktbewegungen ab, sondern vielmehr von der dahinterliegenden Strategie. Der Manager ist mit vielen Freiheiten ausgestattet und kann flexibel, ungeachtet einer Benchmark, investieren. Ausschlaggebend ist somit die Fähigkeit des Managers, auf Short-Positionen ausgerichtete Portfolios aufzubauen.

Liquid-Alternatives-Produkte sind jedoch kein Allheilmittel gegen Anlagenotstand oder Niedrigzins. Natürlich können die Strategien versuchen, stets über der Nulllinie zu bleiben, eine Garantie gibt es von den Anbietern dafür aber nicht. Investoren sollten beim Einsatz entsprechend vorsichtig sein. Entscheidend ist die richtige Auswahl der Strategie und des Managers.

Sollten Sie noch Fragen zum Thema haben, so kommen Sie gerne auf Ihren FinanzConcepter® der HIC GmbH zu.

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