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BU oder Plan B

von Steve Ruholl

Der Überraschung vorbeugen

Endlich im Ruhestand – Seele und Beine baumeln lassen. Mal ein paar Minuten entspannende, leichte Gartenarbeit und dann ab ins Café zum ruhigen Nachmittagsplausch. Ein schöner Traum von der fernen Zukunft? Das kann alles gutgehen. Was aber, wenn der Ruhestand frühzeitig eintritt, weil man die Beine nicht mehr baumeln lassen kann? Oder weil der Rücken so schmerzt, dass jedwede Bewegung unmöglich scheint? Was, wenn man noch viele Jahre bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter vor sich weiß, man aber nicht mehr in der Lage ist, für seinen Lebensunterhalt in gewünschtem Maße zu sorgen?

Plötzlich und unerwartet …

So beginnen nicht nur Traueranzeigen, sondern auch Geschichten von Menschen, die sich in relativ jungen Jahren mit Erkrankungen auseinandersetzen müssen, die ihnen die Fortführung ihrer bisherigen Berufstätigkeit unmöglich macht. Erwarte das Unerwünschte und sei vorbereitet! Was nach dem Spruch einer sich sorgenden Teenagermutter klingt, hätte Rainer ­– 38 Jahre alt, Tischler – rückblickend sicher gerne beachtet. Vor etwa sechs Monaten stellte ein Bandscheibenvorfall sein gesamtes bisheriges Leben auf den Kopf. Trotz Operation kann Rainer nicht mehr längere Zeit stehend arbeiten. Das bedeutet ganz konkret, dass er bis zum Renteneintrittsalter nicht mehr als Tischler tätig sein kann. Eine Absicherung für das eingetretene Worst-Case-Szenario der Berufsunfähigkeit hat Rainer leider nicht. “Ich habe nie darüber nachgedacht …” ist ein häufig vernehmbarer Satz Betroffener. Wie es weitergeht, ist unklar. Klar ist nur, dass Rainer seine Familie nicht allein vom Krankentagegeld ernähren können wird.

Leider kein Einzelfall

Was Rainer nach seinem Bandscheibenvorfall erfahren musste, ist natürlich vermeidbar. Trotzdem hat nur etwa ein Fünftel der zwei Millionen Menschen in Deutschland, die von einer Berufsunfähigkeit betroffen sind, auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung oder kurz BU) abgeschlossen. Da die staatliche Erwerbsminderungsrente (EMI) nur minimalste Leistungen bietet, sind die finanziellen Folgen einschneidend. Für Berufstätige – egal welcher Berufsgruppe – ist die klassische BU-Versicherung immer noch die erste Wahl.

Es gibt aber auch immer wieder Kriterien, die den Abschluss einer BU-Versicherung verhindern. So ist es durchaus vorstellbar, dass jemand sich den für seine Risikogruppe fälligen Beitrag nicht leisten kann. Natürlich müssen auch für solche Kunden, obwohl die BU-Versicherung die bestmögliche Absicherung wäre, Wege und Ausweichprodukte gefunden werden. Ich möchte Ihnen nun Alternativen vorstellen, die sich für jene eignen, die in einer BU keine Absicherungsmöglichkeit finden.

Alternative 1 – Erwerbsunfähigkeitsversicherung statt BU

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) kommt der klassischen BU am nächsten. Diese Rente greift dann, wenn Betroffene nicht mehr in der Lage sind, länger als drei Stunden am Tag in irgendeinem Beruf zu arbeiten – dabei ist egal, ob ein Bezug zum eigenen Beruf besteht. Bei Berufen, bei welchen die Arbeitskraft eher auf geistigem als auf körperlichem Leistungsvermögen beruht, kommt die EU am ehesten zur Entfaltung. Bei psychischen Erkrankungen ist ihr Wirkungsgrad beinahe deckungsgleich mit der BU. Allerdings ist dieses Modell aufgrund seiner Wirkungsweise für Akademiker und Schreibtischarbeiter im Allgemeinen nicht viel günstiger als die klassische BU. Für körperlich arbeitende Menschen ist die EU jedoch wesentlich preiswerter. Das liegt daran, dass Betroffene eben auf eine weniger anspruchsvolle Ersatztätigkeit verwiesen werden können.

Eine EU kommt also für Versicherungsnehmer infrage, die grundsätzlich bereit sind umzuschulen, um ihr Einkommen aufrechtzuerhalten.

Alternative 2 – Grundfähigkeitsversicherung statt BU

Dieses Produkt eignet sich für Erwerbstätige, bei denen körperliche Fähigkeiten die Voraussetzung ihrer Berufsausübung sind. Interessant ist eine Grundfähigkeitsversicherung (GF) beispielsweise für Kraftfahrer oder Angestellte in der Gastronomie. Dieses Produkt zahlt dann eine Rente, wenn der Kunde bestimmte Grundfähigkeiten verliert. Hierunter versteht man zum Beispiel gehen, sehen, sich bücken oder Treppen steigen. Meist ist auch der Verlust intellektueller Fähigkeiten mitversichert.

Kunden müssen sich mit diesen Policen sorgfältigst auseinandersetzen, da jeder Anbieter die Leistungsauslöser anders definiert. Wenn Sie sich dabei unsicher sind, helfen Ihnen gerne die FinanzConcepter® der HIC GmbH weiter.

 Alternative 3 – Dread-Disease-Police statt BU

Die Dread-Disease-Police (DD) ist grundsätzlich ohne Bezug zum Beruf und gewährt dann eine Kapitalleistung, wenn eine schwere Krankheit eintritt. Die Idee dahinter ist, dass man mit der Kapitalleistung im Ernstfall medizinische Zusatzkosten bezahlen oder das Zuhause umbauen kann. Bei Dread-Disease-Policen wird eine Einmalleistung erbracht, sie eignen sich daher nicht als Ausgleich eines monatlichen Einkommensverlusts.

Alternative 4 – Multi-Risk-Policen statt BU

Multi-Risk-Policen (MR) sind eine Mischung aus verschiedenen Versicherungsbausteinen. Sie enthalten Bestandteile aus der Grundfähigkeits-, Dread-Disease-, Unfall (UV)- und Pflegeversicherung. Die Versicherung zahlt, falls Kunden bestimmte Fähigkeiten verlieren, also zum Beispiel nicht mehr sehen, gehen oder sprechen können. Geld gibt es auch, wenn der Versicherte schwer erkrankt oder durch einen Unfall eine Behinderung davonträgt. Psychische Erkrankungen sind dagegen weitgehend ausgeschlossen. Eine Vielzahl von Bausteinen suggeriert einen umfassenden Schutz. Es kommt aber nicht auf die Anzahl der Versicherungsbestandteile an, sondern darauf, wie gut sie zu Ihren Bedürfnissen passen.

Grobe schematische Einordnung – konkrete Produkte können abweichen

Quelle: Franke & Bornberg GmbH 2014 | www.franke-bornberg.de/blog/forum-aks-erste-bilanz/

Zusammenfassend muss man feststellen, dass eine BU in ihrer Erreichbarkeit ungeschlagen an der Spitze steht. Wenn nun aber aus genannten Gründen eine BU nicht infrage kommt, sollten Sie mit Ihrem FinanzConcepter® klären, welche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung in Ihrer Situation die sinnvollste ist.

Haben Sie noch weitere Fragen rund um Versicherungen, Investments oder ImmobilienConsulting? Kommen Sie doch gerne auf einen Ihrer FinanzConcepter® der HIC GmbH zu.

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